Vitamin D im Herbst:
Wann eine Ergänzung sinnvoll sein kann
Morgens im Dunkeln los, abends im Dunkeln zurück: Im Herbst bleibt im Alltag oft nur wenig Zeit im Tageslicht. Damit sinkt auch die Möglichkeit des Körpers, über Sonnenlicht selbst Vitamin D zu bilden. Das bedeutet jedoch nicht, dass automatisch jeder ein Präparat benötigt.
Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Lebenssituation, dem Alter, der Ernährung, möglichen Erkrankungen und bereits eingenommenen Präparaten ab.
Warum Vitamin D so besonders ist
Vitamin D unterstützt den Calciumstoffwechsel und trägt zum Erhalt normaler Knochen und Muskeln bei. Außerdem spielt es eine Rolle für die normale Funktion des Immunsystems.
Im Gegensatz zu vielen anderen Vitaminen wird Vitamin D nur zu einem kleinen Teil über Lebensmittel aufgenommen. Der größte Anteil wird vom Körper selbst gebildet, wenn UVB-Strahlung auf die Haut trifft.
In den sonnenreichen Monaten kann Vitamin D im Fett- und Muskelgewebe gespeichert werden. Im Herbst und Winter greift der Körper auf diese Vorräte zurück. Wie gut diese gefüllt sind, unterscheidet sich jedoch von Mensch zu Mensch.
Weniger Sonne bedeutet nicht automatisch einen Mangel
Ab Oktober reicht die Sonnenstrahlung in Deutschland meist nicht mehr aus, um größere Mengen Vitamin D in der Haut zu bilden. Ein Mangel lässt sich daraus allein aber nicht ableiten.
Auch Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Muskelschmerzen sind keine eindeutigen Hinweise. Solche Beschwerden können viele Ursachen haben. Bestehen sie über längere Zeit, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.
Ob tatsächlich ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, kann anhand eines Blutwertes beurteilt werden. Ein Test ist jedoch nicht pauschal für jeden Menschen notwendig.
Wer besonders auf die Versorgung achten sollte
Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei Menschen, die nur wenig Sonnenlicht erhalten oder Vitamin D schlechter bilden beziehungsweise verwerten können.
Dazu gehören insbesondere:
- ältere oder pflegebedürftige Menschen
- Personen, die sich nur selten im Freien aufhalten
- Menschen, deren Haut weitgehend bedeckt ist
- Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen
- Menschen, die dauerhaft bestimmte Medikamente einnehmen
Im höheren Alter nimmt die Fähigkeit der Haut ab, Vitamin D zu bilden. Gleichzeitig verbringen viele Seniorinnen und Senioren weniger Zeit im Freien.
Für Säuglinge gelten eigene Empfehlungen zur Vitamin-D-Prophylaxe. Dosierung und Dauer sollten mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt abgestimmt werden.
Drei Hebel für eine gute Vitamin-D-Versorgung
1. Zeit im Freien
Regelmäßige Aufenthalte im Freien unterstützen die körpereigene Vitamin-D-Bildung. Dafür ist kein langes Sonnenbad notwendig. Spaziergänge, Wege zu Fuß und Bewegung im Freien können bereits einen Beitrag leisten. Der Hautschutz bleibt wichtig. Sonnenbrand sollte vermieden werden. Solarien sind keine sinnvolle Alternative.
2. Ernährung
Nur wenige Lebensmittel enthalten nennenswerte Mengen Vitamin D. Zu den wichtigsten natürlichen Quellen gehören fettreiche Seefische wie Hering, Lachs und Makrele. Kleinere Mengen finden sich in Eigelb und einigen Pilzen. Die Ernährung kann die Versorgung unterstützen, eine geringe körpereigene Bildung aber häufig nicht vollständig ausgleichen. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt oder seine Nährstoffversorgung überprüfen möchte, kann die Ernährungsberatung der Neuland Apotheken nutzen.
3. Passende Präparate
Ein Vitamin-D-Präparat kann sinnvoll sein, wenn die Versorgung über Sonnenlicht und Ernährung nicht ausreicht, ein erhöhtes Risiko besteht oder ein Mangel festgestellt wurde. Dabei gilt: Eine höhere Dosierung ist nicht automatisch besser. Hoch dosierte Präparate sollten nur nach ärztlicher Empfehlung eingenommen werden.
Darauf sollten Sie bei der Einnahme achten
Auf Verpackungen wird die Dosierung meist in Mikrogramm oder Internationalen Einheiten, kurz IE, angegeben.
1 Mikrogramm Vitamin D entspricht 40 IE.
Für die sichere Einnahme sind vor allem diese Punkte wichtig:
- empfohlene Dosierung einhalten
- alle verwendeten Präparate auf Vitamin D prüfen
- Tropfen entsprechend der Produktangabe dosieren
- hohe Dosierungen nicht eigenständig länger einnehmen
- ärztlich festgelegte Dosierungen nicht ohne Rücksprache verändern
Vitamin D ist fettlöslich und kann sich bei einer zu hohen Einnahme im Körper anreichern. Eine Überdosierung entsteht in der Regel nicht durch Sonnenlicht, sondern durch zu hoch dosierte Präparate.
Kein allgemeiner Energiebooster
Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Daraus folgt jedoch nicht, dass eine besonders hohe Einnahme die Abwehrkräfte zusätzlich stärkt oder zuverlässig vor Erkältungen schützt.
Auch Müdigkeit lässt sich nicht pauschal mit einem Vitamin-D-Mangel erklären. Schlaf, Stress, Bewegung, Ernährung, Infekte und andere Erkrankungen spielen ebenfalls eine Rolle. Ein Präparat ist vor allem dann sinnvoll, wenn tatsächlich eine unzureichende Versorgung besteht.
Wann ärztlicher Rat wichtig ist
Eine ärztliche Abklärung ist besonders ratsam, wenn:
- länger anhaltende Beschwerden bestehen
- ein deutlicher Mangel vermutet wird
- Erkrankungen der Nieren, Leber oder des Darms vorliegen
- eine Osteoporose behandelt wird
- mehrere Medikamente dauerhaft eingenommen werden
- bereits hoch dosiertes Vitamin D verwendet wird
- es um Schwangerschaft, Stillzeit, Säuglinge oder Kinder geht
Bei einem festgestellten Mangel kann vorübergehend eine höhere Dosierung erforderlich sein. Diese sollte sich am Blutwert und an der persönlichen gesundheitlichen Situation orientieren.
Persönliche Vitamin-D-Beratung in Rostock
Sollten Sie Vitamin D ergänzen? Ist Ihr bisheriges Präparat passend dosiert? Oder ist der Wirkstoff bereits in einem anderen Produkt enthalten? In der Vitalstoffberatung der Neuland Apotheken prüfen wir gemeinsam Ihre bisherige Einnahme und helfen Ihnen bei der Auswahl eines passenden Präparats. Bringen Sie dazu gern Ihre Packungen, Fotos der Produkte, vorhandene Laborwerte und Ihren aktuellen Medikationsplan mit. Nehmen Sie dauerhaft fünf oder mehr ärztlich verordnete Medikamente ein, kann zusätzlich eine Medikamentenanalyse sinnvoll sein.
Lassen Sie Ihre Versorgung persönlich prüfen
Kommen Sie mit Ihrem bisherigen Präparat in einer Neuland Apotheke vorbei oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie passend zu Ihrer persönlichen Situation.